Prüfe deine Website in dieser Reihenfolge: Erreichbarkeit, Ladezeit auf dem Handy, Klarheit des Angebots, Weg zum Kontakt, Messbarkeit. Hakt eine dieser fünf Stellen, verbrennt jeder bezahlte Klick Geld, denn Werbung schickt nur mehr Menschen auf dasselbe Problem. Für die Prüfung brauchst du keinen Entwickler und kein Budget, sondern einen Vormittag, dein Handy und einen fremden Blick.
Dieser Beitrag geht die fünf Stellen der Reihe nach durch: was du konkret anklickst, welches Ergebnis in Ordnung ist und ab wann du etwas reparieren solltest, bevor du die erste Anzeige schaltest.
Warum die Prüfung vor dem Werbebudget kommt
Werbung kauft Aufmerksamkeit. Ob daraus eine Anfrage wird, entscheidet deine Seite. Rechne es nüchtern durch: Wenn von hundert Besuchern niemand anfragt, bringt das doppelte Budget doppelt so viele Besucher, die nicht anfragen. Die Seite zu reparieren ist einmal Arbeit, und der Effekt wirkt danach auf jeden Kanal, auf Google, auf Instagram, auf die Empfehlung per Link.
Deshalb liegt die Reihenfolge fest: erst Technik und Klarheit, dann Reichweite. Wer das umdreht, bezahlt seine Lernkosten mit Mediabudget. Wenn die Basis steht, ist bezahlte Reichweite der schnellste Hebel, und genau dort setzen wir mit Werbeanzeigen an.
Dazu kommt ein praktisches Argument: Fast alles auf dieser Liste kostet nichts außer Zeit. Eine vergessene Sperre ist ein Haken in einer Einstellung. Ein unklarer erster Satz ist eine halbe Stunde Schreibarbeit. Ein Formular, das keine Mail verschickt, ist in zwanzig Minuten reparierbar, sobald du weißt, dass es kaputt ist. Teuer wird nur, was du nicht gefunden hast, weil es monatelang Anfragen schluckt, ohne eine Fehlermeldung zu hinterlassen.
Schritt 1: Wird deine Seite überhaupt gefunden?
Starte bei der Frage, ob Google deine Seiten kennt. Das Werkzeug dafür kostet nichts und heißt Google Search Console, eine Oberfläche, in der Google dir zeigt, welche deiner Adressen es aufgenommen hat und welche nicht. Im Bericht zur Seitenindexierung steht neben jeder ausgeschlossenen Adresse ein Grund, und genau diese Gründe sind die eigentliche Information.
Danach zwei Handgriffe im Browser. Ruf deinedomain.de/robots.txt auf, eine kleine Textdatei, mit der du Suchmaschinen sagst, welche Bereiche sie abrufen dürfen. Steht dort eine Zeile, die alles verbietet, ist der Rest der Prüfung egal. Sieh dann im Quelltext der Seite nach, ob irgendwo noindex auftaucht, eine Anweisung im Kopfbereich, die Suchmaschinen bittet, diese Adresse nicht in die Ergebnisse aufzunehmen. Nach einem Relaunch bleibt sie oft stehen, weil sie während der Bauphase sinnvoll war.
Zum Schluss die Sitemap, eine maschinenlesbare Liste aller Adressen, die du in den Ergebnissen sehen willst, meist unter deinedomain.de/sitemap.xml. Fehlt dort die Hälfte deiner Leistungsseiten, fehlt Google die Landkarte. Ein Gegentest ohne Werkzeug dauert zehn Sekunden: Suche einen wörtlichen Satz aus deinem Fließtext in Anführungszeichen. Findet Google ihn nicht, ist die Seite nicht im Index.
Schritt 2: Wie schnell ist die Seite auf dem Handy?
Miss zuerst wie ein Besucher: Handy in die Hand, WLAN aus, Mobilfunk an, Zwischenspeicher des Browsers leeren, dann die Startseite aufrufen und mitzählen. Dieser Eindruck liefert keine Zahl, aber er ist unbestechlich.
Die Zahl holst du danach mit einem Messwerkzeug, und zwar mehrfach. Eine einzelne Messung schwankt so stark, dass sie nichts beweist; der Beitrag zum Messen der Ladezeit in diesem Ratgeber erklärt, warum das so ist. Die wichtigste Einzelzahl heißt LCP, kurz für Largest Contentful Paint, also die Zeit, bis das größte Element im sichtbaren Bereich fertig geladen ist. Als gut gilt ein Wert bis 2,5 Sekunden.
Achte darauf, ob dein Werkzeug Felddaten zeigt, also Werte aus den Besuchen echter Menschen, oder nur einen Testlauf auf einer simulierten Verbindung. Felddaten sagen dir, ob du ein Problem hast. Der Testlauf sagt dir, woran es liegt. Einzeln täuscht jedes von beiden.
Schritt 3: Versteht ein Fremder in fünf Sekunden, was du anbietest?
Hol jemanden dazu, der nicht in deiner Branche arbeitet. Zeig die Startseite fünf Sekunden, dann Bildschirm zu und drei Fragen: Was verkauft diese Firma? Für wen ist das? Was soll ich hier tun? Wenn zwei der drei Antworten geraten statt gewusst werden, liegt dein Problem nicht beim Traffic.
Entscheidend ist der Bereich, den man ohne Scrollen sieht. Dort gehören vier Dinge hin: was du machst, für wen, warum bei dir, und ein einziger nächster Schritt. Typische Blocker sind Sprüche ohne Inhalt, Fotos ohne Bezug zur Leistung und Begriffe aus der Innensicht deiner Firma, die draußen niemand eintippt.
Wenn an dieser Stelle klar wird, dass nicht die Seite wackelt, sondern die Positionierung, ist das keine Textaufgabe mehr. Dafür gibt es Konzeption und Strategie, und zwar vor dem nächsten Designentwurf.
Schritt 4: Wie viele Hürden liegen vor dem Kontakt?
Zähle die Klicks von der Startseite bis zur abgeschickten Anfrage. Zwei sind gut, vier sind viel, sechs sind ein Grund, gar nichts zu tun. Prüfe am Handy, ob die Telefonnummer antippbar ist, ob die E-Mail-Adresse als Link funktioniert und ob dein Formular ohne Zoom bedienbar bleibt.
Dann zähle die Felder. Jedes Pflichtfeld ist eine Frage, die ein Fremder beantworten soll, bevor er dich kennt. Branche, Budget und Mitarbeiterzahl klärt sich im Gespräch schneller als im Formular.
Der wichtigste Test ist der langweiligste: Schick eine echte Anfrage ab und sieh nach, ob sie ankommt. Formulare fallen leise aus, nach einem Plugin-Update, nach einem Serverwechsel, nach einer Änderung an der Absenderadresse, und es bleibt lange unbemerkt, weil keine Fehlermeldung erscheint. Sieh auch im Spam-Ordner nach und prüfe, ob der Besucher nach dem Absenden eine sichtbare Bestätigung bekommt.
Schritt 5: Kannst du messen, was passiert?
Eine Conversion ist eine zählbare Handlung, die du dir wünschst, meistens eine abgeschickte Anfrage, ein Anruf oder eine Terminbuchung. Wird diese Handlung nicht gezählt, kannst du Werbung nicht beurteilen, sondern nur bezahlen.
Prüfe also, ob deine Statistik die Anfrage registriert. Schick eine Testanfrage und sieh nachher nach, ob sie auftaucht. Vergleiche danach regelmäßig zwei Zahlen: Anfragen in der Statistik und Anfragen im Postfach. Weichen sie dauerhaft stark ab, ist die Messung kaputt, nicht der Kanal.
Rechne außerdem damit, dass dein Einwilligungsbanner Daten kostet, weil ohne Zustimmung nichts gezählt wird. Das ist kein Fehler, sondern ein Grund, Zahlen im Verhältnis zu lesen statt absolut. Wie daraus eine belastbare Steuerung wird, ist Thema von Performance Marketing.
Die fünf Schritte als Prüfliste
| Schritt | Was du prüfst | Womit | Ergebnis, das reicht |
|---|---|---|---|
| Erreichbarkeit | Index, robots.txt, noindex, Sitemap | Search Console, Browser | wichtige Seiten im Index, keine versehentliche Sperre |
| Ladezeit | mobil, mehrfach gemessen, dazu Felddaten | Messwerkzeug und eigenes Handy | LCP bis 2,5 Sekunden, Werte wiederholbar |
| Klarheit | Angebot, Zielgruppe, nächster Schritt | fremde Person, fünf Sekunden | alle drei Fragen werden gewusst, nicht geraten |
| Kontaktweg | Klicks bis zur Anfrage, Formulartest | eigenes Handy, Postfach | Anfrage in zwei Klicks, Testmail kommt an |
| Messbarkeit | Zählung der Anfragen | Statistik und Postfach | jede Testanfrage ist später auffindbar |
Wenn du die Technikpunkte nicht selbst zusammentragen willst, nimm den Sichtbarkeits-Check von dato.marketing als Startaufnahme. Du trägst Firma, Ziel, Website und ein Social-Profil ein und bekommst kostenlos ein PDF mit Ladezeit, Auffindbarkeit bei Google, Sichtbarkeit in Antwortmaschinen wie ChatGPT und Perplexity, Technik und Inhalt, dazu drei Sofortmaßnahmen. Schritt 3 und Schritt 4 bleiben trotzdem deine Arbeit, denn ob ein Fremder dein Angebot versteht, kann kein Werkzeug für dich beantworten.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich das wiederholen?
Einmal im Quartal, zusätzlich nach jedem größeren Eingriff: Relaunch, Serverumzug, neues Theme, neues Formular-Plugin. Der Tag nach einem Livegang ist der wichtigste Termin, weil dort die meisten stillen Fehler entstehen.
Brauche ich bezahlte Werkzeuge dafür?
Nein. Search Console, dein Browser, dein Handy und eine fremde Person decken diese fünf Schritte ab. Bezahlte Werkzeuge sparen Zeit bei großen Seiten, sie finden nichts, was du nicht auch findest.
Was mache ich, wenn alle fünf Punkte haken?
Von unten nach oben. Zuerst Messbarkeit und Kontaktweg, denn ohne Zählung und ohne funktionierendes Formular bleibt jede weitere Verbesserung unsichtbar. Danach Klarheit, dann Ladezeit, dann der Rest der Technik. Wenn du beim Reparieren an die Grenze deines Baukastens stößt, ist Webentwicklung der nächste Schritt.
Fazit
Deine Website ist kein Kunstwerk, sondern ein Werkzeug mit fünf Stellen, an denen sie versagen kann. Geh diese fünf an einem Vormittag durch, schreib jeden Fund in eine Zeile mit Datum und geschätztem Aufwand, und repariere in der Reihenfolge, die Anfragen bringt. Erst danach lohnt sich Budget, weil du dann weißt, was du kaufst.