Stadtfest bewerben: Plakat, Banner, Social, in dieser Reihenfolge

Ein Stadtfest bewirbst du in dieser Reihenfolge: zuerst die festen Eckdaten und ein einheitliches Erscheinungsbild, dann die Klärung, wo du überhaupt werben darfst, dann die Werbemittel mit der längsten Vorlaufzeit, also Banner und Großformate, danach Plakate und Flyer, und erst zum Schluss die dichte Phase in den sozialen Medien. Wer andersherum anfängt, postet schöne Bilder zu einem Fest, dessen Plakate noch nicht gedruckt sind, oder druckt Plakate, die dann an keiner Laterne hängen dürfen.

Dieser Beitrag zeigt den Ablauf von der ersten Idee bis zum Tag danach. Er geht nicht auf die Gestaltung großer Flächen im Detail ein, dazu gibt es den Beitrag zum Gestalten von Großformaten. Hier geht es um Reihenfolge, Abhängigkeiten und die Fehler, die in fast jeder Festsaison passieren.

Erst die Eckdaten, dann die Gestaltung

Jedes Werbemittel braucht dieselben Grundinformationen: Name des Festes, Datum, Uhrzeiten, Ort, eine Zeile, worum es geht, und eine Adresse für Details, meistens die Website oder ein Profil. Solange eine dieser Angaben wackelt, sollte nichts in den Druck gehen. Ein falsches Datum auf tausend Flyern ist teurer als eine Woche Warten.

Das Programm darf später kommen. Ein Fest lässt sich gut mit den Eckdaten und zwei, drei Höhepunkten ankündigen, das vollständige Programm folgt, wenn es steht. Wichtig ist, dass auf allen frühen Werbemitteln ein Weg zu den aktuellen Informationen steht, damit Änderungen nicht neu gedruckt werden müssen.

Danach entsteht das Erscheinungsbild: ein Hauptmotiv, Schriften, Farben, die Anordnung von Logo und Datum. Dieses Motiv ist die Grundlage für alles Weitere, vom Bauzaunbanner bis zur Story. Es lohnt sich, dieses Motiv gleich in mehreren Formaten zu denken, also hoch, quer und quadratisch, und zu prüfen, ob Datum und Name auch auf einem Handybildschirm noch lesbar sind.

Die Genehmigungsfrage früh stellen

Viele Werbeflächen im öffentlichen Raum brauchen eine Erlaubnis, und die Regeln unterscheiden sich von Stadt zu Stadt, manchmal von Bezirk zu Bezirk. Kläre deshalb früh mit dem Ordnungsamt oder dem zuständigen Straßenamt, welche Flächen für dein Fest in Frage kommen und wie lange die Bearbeitung dauert.

Wie verwickelt das ausfallen kann, zeigt Berlin. Werbetafeln und Plakate auf öffentlichem Straßenland gelten dort als erlaubnispflichtige Sondernutzung nach § 11 des Berliner Straßengesetzes. Das Bezirksamt Spandau schreibt auf seiner Seite zu Plakaten an Lichtmasten ausdrücklich: „Veranstaltungswerbung ist auf dem öffentlichen Straßenland nicht erlaubnisfähig.“ Erlaubt sind dort nach Angaben des Bezirks etwa Zirkus- und Wahlwerbung unter bestimmten Bedingungen. Für Litfaßsäulen und geklebte Plakate hat in Berlin laut Serviceportal des Landes ein einzelnes Unternehmen das ausschließliche Werberecht, für hinterleuchtete und digitale Werbeträger ein anderes. Für Werbung an Lichtmasten nennt das Serviceportal ebenfalls nur eine Vertragsfirma des Landes und lässt dort unter anderem Hinweisschilder auf kulturelle, sportliche und sonstige Veranstaltungen im Interesse Berlins zu. Die Angaben von Land und Bezirk passen also nicht ohne Weiteres zusammen.

Was heißt das für dich? Plakate an Laternen sind nicht überall der Standardweg, als den viele sie kennen. Die Alternative sind gebuchte Flächen bei den Rechteinhabern, Plakate in Schaufenstern und Gaststätten mit Erlaubnis der Inhaber, Banner auf privatem Grund und Flächen, die die Stadt oder der Veranstalter selbst vergibt. Welche Wege es in deiner Stadt gibt, kann nur die zuständige Behörde verbindlich sagen. Frag dort, bevor du druckst.

Die Reihenfolge der Werbemittel

Sobald Eckdaten, Motiv und Flächen klar sind, ergibt sich die Reihenfolge fast von selbst. Sie richtet sich nach der Vorlaufzeit: Was am längsten in der Herstellung braucht und am längsten hängen soll, kommt zuerst.

PhaseWerbemittelWarum in dieser PhaseTypischer Fehler
FrühAnkündigung online, Eintrag auf der eigenen Website, Hinweis an Partner und TeilnehmendeKostet nichts, bindet die Termine bei Besuchern und AusstellernAnkündigung ohne Datum oder mit vorläufigem Datum
FrühGroßformate: Bauzaunbanner, Brückenbanner, FahnenLängste Herstellung, längste Hängedauer, oft Genehmigung nötigZu viel Text, der im Vorbeifahren nicht lesbar ist
MittePlakate in Standardformaten, Flyer, Auslagen im HandelBrauchen das fertige Motiv und gesicherte FlächenGedruckt, bevor klar ist, wo sie hängen dürfen
MittePressemitteilung, Veranstaltungskalender der Stadt und regionaler MedienRedaktionen und Kalender haben eigene Vorlauf- und SchlusszeitenZu spät eingereicht
Kurz vorherDichte Social-Media-Phase: Programmpunkte, Künstler, CountdownAufmerksamkeit im Feed hält kurz, Wiederholung wirktErst jetzt anfangen und keine Inhalte vorrätig haben
Am FestWegweiser, Bühnentafeln, Stories vom GeländeOrientierung und Live-EindruckNiemand im Team ist für Inhalte vor Ort zuständig
DanachRückblick, Dank an Partner, Termin fürs nächste JahrDie beste Zeit, um das nächste Fest anzukündigenFotos liegen ungenutzt auf einem Handy

Die Tabelle ist eine Planungshilfe, kein Gesetz. Die Zeiten für Druck, Lieferung und Genehmigung hängen von deiner Druckerei, deinen Flächen und deiner Behörde ab. Frag bei jedem Dienstleister nach der Lieferzeit und rechne vom Festtag rückwärts. Plane einen Puffer ein für Korrekturen und für den Fall, dass etwas falsch geliefert wird.

Formate, die zusammenpassen

Ein Fest wirkt geschlossen, wenn alle Werbemittel aus einem Guss sind. Das gelingt am einfachsten mit einem Satz von Vorlagen, in dem nur Inhalte wechseln, nicht das Gestaltungsprinzip. Wie man solche Systeme aufbaut, beschreibt der Beitrag zum Vorlagensystem.

Bei Plakaten lohnt der Blick auf die Standardformate der Flächen, die du nutzen willst. In Berlin nennt das Serviceportal für geklebte Plakate die Bogenformate 1/1 bis 8/1. Die genauen Maße in Zentimetern erfragst du beim Anbieter der Fläche, denn die Angaben für die großen Bogenformate weichen je nach Quelle voneinander ab. Das Bezirksamt Spandau erlaubt an Lichtmasten, wo Plakate überhaupt zulässig sind, höchstens DIN A0, 1,18 Meter hoch und 0,84 Meter breit, und nur im Hochformat. Wer die Formate kennt, bevor gestaltet wird, muss später nichts umbauen.

Bei Social Media kommen andere Formate dazu: Hochformat für Reels und Stories, quadratisch oder hochformatig für Beiträge im Feed. Hier gilt dieselbe Regel wie beim Plakat: Name, Datum und Ort müssen auf den ersten Blick lesbar sein, auch auf einem kleinen Bildschirm.

Social Media in der richtigen Dosis

Die sozialen Medien sind bei Festen der Kanal mit der kürzesten Vorlaufzeit und der größten Gefahr, zu spät anzufangen. Das Problem ist selten die Technik, sondern der Vorrat an Inhalten. Wer erst kurz vor dem Fest Fotos von Künstlern, Ständen und Aufbau sucht, postet hektisch und wenig.

Sammle deshalb früh: Fotos und kurze Texte von Mitwirkenden, Bilder vom letzten Jahr, Programmpunkte, Lagepläne. Leg einen einfachen Plan an, wann was erscheint. Hilfe dabei gibt der Beitrag zum Content-Plan.

Ein Hebel, den viele Feste ungenutzt lassen, sind gemeinsame Beiträge mit Mitwirkenden. Instagram bietet dafür die Funktion Collabs: Laut Meta können Konten andere als Mitautoren zu einem Beitrag, Karussell oder Reel einladen, und nach Annahme erreicht der Inhalt die Zielgruppe jedes Mitautors und erscheint auf jedem Profil. Für ein Fest mit vielen Künstlern, Händlern und Partnern ist das ein Weg, die Reichweite der Beteiligten zu nutzen, ohne dass jeder selbst etwas gestalten muss. Wie viele Mitautoren derzeit möglich sind, prüfst du am besten direkt in der App, weil Meta die Grenze in seinen Mitteilungen unterschiedlich angegeben hat.

Facebook bietet eine eigene Funktion für Präsenzveranstaltungen. Ein dort angelegtes Fest ist ein fester Ort für Datum, Ort und Änderungen, auf den Plakate, Flyer und Beiträge verweisen können.

Am Tag selbst und danach

Am Festtag selbst entsteht das Material für das nächste Jahr. Leg vorher fest, wer fotografiert und filmt, und wer die Rechte an diesen Bildern hat. Wenn Menschen erkennbar zu sehen sind, braucht ihre Veröffentlichung nach § 22 des Kunsturhebergesetzes grundsätzlich eine Einwilligung. § 23 macht Ausnahmen, unter anderem für Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die Personen teilgenommen haben. Bei Nahaufnahmen einzelner Gäste und bei Bildern von Mitwirkenden hol dir die Einwilligung trotzdem, das ist der sichere Weg.

Danach kommt der Teil, den die meisten Veranstalter auslassen. Ein Rückblick mit den besten Bildern, ein Dank an Partner und Sponsoren und, wenn er schon feststeht, der Termin für das nächste Jahr. Wer das innerhalb weniger Tage veröffentlicht, nutzt die Aufmerksamkeit, solange sie da ist.

Häufige Fragen

Darf ich Plakate an Laternen hängen?

Das hängt von deiner Stadt ab. In Berlin ist das eine erlaubnispflichtige Sondernutzung, und das Bezirksamt Spandau etwa hält Veranstaltungswerbung auf öffentlichem Straßenland für nicht erlaubnisfähig. Kläre das mit dem Ordnungsamt oder Straßenamt, bevor du druckst.

Lohnt sich ein Flyer noch?

Für ein lokales Fest oft ja, vor allem in Geschäften, Cafés und bei Partnern vor Ort. Ein Flyer wird mitgenommen und liegt zu Hause. Wichtig ist, dass er auf eine Seite verweist, auf der das aktuelle Programm steht.

Wann sollte ich mit Social Media anfangen?

Mit der Ankündigung so früh wie möglich, mit der dichten Phase kurz vor dem Fest. Entscheidend ist, dass du dann genug Inhalte vorrätig hast.

Brauche ich für jedes Werbemittel eine eigene Gestaltung?

Nein. Ein Hauptmotiv und ein Vorlagensatz reichen. Die Werbemittel unterscheiden sich im Format und in der Textmenge, nicht im Aussehen.

Was du jetzt tun kannst

Wenn dein nächstes Fest feststeht, geh diese Schritte der Reihe nach durch.

  • Leg die Eckdaten fest und schreib sie an eine Stelle, auf die alle zugreifen.
  • Lass ein Hauptmotiv entwickeln, das hoch, quer und quadratisch funktioniert.
  • Frag beim Ordnungsamt oder Straßenamt, welche Flächen erlaubt sind und wie lange die Bearbeitung dauert.
  • Frag deine Druckerei nach Lieferzeiten und rechne vom Festtag rückwärts.
  • Sammle früh Material von Mitwirkenden und plane gemeinsame Beiträge.
  • Leg fest, wer am Festtag fotografiert, und plane den Rückblick schon jetzt.

Wenn du Unterstützung bei Motiv, Plakaten und Bannern brauchst, findest du sie bei Grafik und Motion Design.

Quellen

Stand dieses Beitrags: 2026-10-26. Rechtslage und Zahlen ändern sich, prüf vor einer Entscheidung die verlinkten Quellen.